3.3.4-5 Berufliche Erstausbildung / Formation professionnelle initiale + Tertiärer Bereich / Enseignement supérieur

Berufliche Erstausbildung / Formation professionnelle initiale

Die berufliche Erstausbildung kann nach dem collège sowohl vollschulisch an einem lycée professionnel als auch in Teilzeit an einem CFA in Verbindung mit einer betrieblichen Ausbildung erfolgen. Diese Möglichkeit der parallelen Ausbildung an einer Lehrstätte und im Betrieb wird als apprentissage bezeichnet und ist mit der dualen Ausbildung in Deutschland vergleichbar. Die Abschlüsse, die nach zweijähriger Ausbildung an lycées und CFA erlangt werden können, sind das CAP (Certificat d’aptitute professionnelle) und das BEP (Brevet d’études professionnelles). Es ist außerdem möglich, nach einem CAP oder BEP das baccalauréat professionnel zu erreichen.

Tertiärer Bereich / Enseignement supérieur

Zum enseignement supérieur zählen alle Bildungsangebote, die das Abitur voraussetzen, also neben den Hochschulausbildungen auch berufliche Weiterbildungskurse.

Das französische Hochschulsystem wird im folgenden Unterkapitel näher betrachtet.

3.3.3 Das Abitur / Baccalauréat + général + technologique + professionnel

Das Abitur ist der Dreh- und Angelpunkt des französischen Bildungssystems. Mit dem Abitur erhalten die französischen Schulabgänger eine Hochschulzugangsberechtigung.[1] Das ganze Hochschulsystem ist auf das Abitur ausgerichtet, die Dauer des Studiums wird in der Formel bac+x (bac steht für baccalauréat, x für die Anzahl der Studienjahre) ausgedrückt und für die Beschreibung des erreichten Studienniveaus verwendet.

Es gibt drei Abiturtypen:

  • baccalauréat général
  • baccalauréat technologique
  • baccalauréat professionnel

Der baccalauréat général - das allgemeine Abitur - kann an einem lycée nach drei Jahren (Jahrgangsstufen: seconde, première und terminale) erworben werden. Je nach Neigung und Interesse können die Schüler zwischen den drei möglichen Schwerpunkten (séries) des allgemeinen Abiturs wählen:

  • série économique et sociale (ES) - Wirtschaft und Sozialwissenschaften
  • série littéraire (L) - Philosophie, Literatur, Fremdsprachen
  • série scientifique (S) - Mathematik und Naturwissenschaften

Der baccalauréat technologique wird mit den folgenden Schwerpunkten vermittelt:

  • sciences et technologies de la gestion (STG)
  • sciences et technologies industrielles (STI)
  • sciences et technologies de laboratoire (STL)
  • sciences et techniques médico-sociales (SMS)
  • sciences et technologies de l’agronomie et du vivant (STAV)
  • techniques de la musique et de la danse (TMD)
  • hôtellerie

Das Ziel des baccalauréat professionnel besteht vorrangig darin, den Schülern eine Qualifikation für den Berufseinstieg zu ermöglichen – die Qualifikation eines technicien. Zugleich erwerben sie aber mit diesem Abitur eine Hochschulzugangsberechtigung. Der baccalauréat professionnel kann an einem lycée professionnel oder einem CFA (centre de formation d’apprentis) in einer der zahlreichen Spezialisierungen je nach angestrebtem Berufsziel erworben werden.

Der erreichte Abiturtyp und der Schwerpunkt entscheiden über die Zulassung zu bestimmten Hochschulen.



[1] Dem Ministère d’Education Nationale zufolge stellt das baccalauréat den ersten Universitätsgrad dar. („Il [le baccalauréat, Anm. der Verf.] constitue le premier grade universitaire.” (http://www.education.gouv.fr/cid143/le-baccalaureat.html, Zugriff am 04.09.07)